Das gelingt dem Buch von Dr. Bettina Daser und Dr. David Hoeflmayr. Eine Rezension.

In meiner Arbeit mit Unternehmerfamilien erlebe ich immer wieder: Nachfolge scheitert selten an Zahlen, Plänen oder Strukturen. Sie gerät ins Stocken, wenn das Innere keinen Raum bekommt. Wenn Zweifel, Abschiedsschmerz und Identitätsfragen zu leise bleiben.

„Die stille Seite der Nachfolge“ hat mich genau deshalb berührt. Das Buch beschreibt mit großer Feinfühligkeit das, was Übergeber:innen oft kaum aussprechen können: die Ambivalenz zwischen Festhalten und Loslassen, zwischen Stolz und Angst, zwischen „noch gebraucht werden“ und „gehen dürfen“.

Besonders stark finde ich den Gedanken, dass Identität sich im Übergang befindet – nicht in Auflösung. Dieser Perspektivwechsel wirkt entlastend und öffnend zugleich. Er erlaubt es, Abschied nicht als Verlust, sondern als Wandlung zu verstehen.

Als Coach erkenne ich in den drei Kapiteln eine Prozesslogik, die ich aus der Praxis nur bestätigen kann: Erst wenn die innere Vorbereitung gelingt, kann die Übergabe wirklich getragen werden. Und erst wenn Gefühle ihren Platz haben dürfen, wird Loslassen möglich.

Die Reflexionsfragen und Impulse laden nicht zum schnellen Abarbeiten ein, sondern zur ehrlichen Innenschau. Für mich ist dieses Buch kein klassischer Ratgeber, sondern ein stiller Begleiter durch eine der sensibelsten Phasen im Unternehmerleben.

Ein Buch für Menschen, die bereit sind, Nachfolge nicht nur zu regeln – sondern sich selbst darin zu begegnen.

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